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"LEBEN MIT INKONTINENZ"
 Der unfreiwillige Verlust von Urin (Harninkontinenz) ist ein Leiden, von dem in Deutschland über 4 Millionen Menschen betroffen sind. Nur etwa 40% der Betroffenen können darüber offen sprechen und suchen Hilfe bei Ärzten, Therapeuten oder Selbsthilfegruppen.

Harninkontinenz nennt man die Unfähigkeit, Urin sicher zu speichern und an gewolltem Ort und zu selbstbestimmter Zeit wieder auszuscheiden. Das Spektrum und der Schweregrad der unterschiedlichen Inkontinenz-Formen ist vielfältig; es reicht vom gelegentlichen Urinverlust bei körperlicher Belastung (Husten, Niesen, Springen, Heben schwerer Gegenstände) über häufigen, oft überfallartigen ("imperativen") Harnverlust, bis hin zu hochgradigen Inkontinenzformen, die eine Permanentversorgung erforderlich machen.

Die Lebensqualität der Betroffenen wird durch eine Harninkontinenz ganz erheblich beeinträchtigt. Die Harninkontinenz muss deshalb aus der Tabuzone herausgeführt werden. Es ist dazu notwendig, Ursachen, Diagnostik, Therapie und Versorgungsmöglichkeiten in der Öffentlichkeit zu diskutieren und bekannt zu machen, um für die Betroffenen Lebensqualität zurückzugewinnen.

Fortschritte in Medizin und Technik haben gezeigt, dass häufig Hilfe und Heilung möglich sind. Inkontinenz ist ein Leiden, für das viel getan werden muss und auch getan werden kann. Unerläßlich für ein optimales Therapieergebnis ist eine Differenzierung der Harninkontinenz durch eine vorausgehende, gründliche urodynamische Untersuchung.

In Zukunft wird die Inkontinenz-Prävention zunehmend an Bedeutung gewinnen: "Früherkennung und frühzeitig einsetzende Therapie ist der beste Schritt auf dem Wege zur Heilung oder Linderung!"


HARNINKONTINENZFORMEN

A. Belastungs-(Stressinkontinenz):
Urinabgang aus der Harnröhre bei körperlicher Belastung.
Ursache: Beckenboden- und Schließmuskelschwäche, auch neurogen bei Beckenbodenlähmung.
Therapie: Beckenbodentraining, Pessarbehandlung oder bei ausgeprägter Inkontinenz operative Maßnahmen.

B. Drang-(Urge-)Inkontinenz:
Unkontrollierter Urinabgang aus der Harnröhre begleitet von starkem Harndrang (sensorisch, sensomotorisch, motorische Dranginkontinenz)
Ursache: Detrusor-Instabilität, manchmal auch psychovegativer Genese, Blasenentzündung (sensorische Dranginkontinenz), selten bei Blasentumor.
Reaktive Überaktivität der Blase (Motorische Dranginkontinenz) z.B. durch einen chronisch erhöhten Blasenauslasswiderstand (Prostatavergrößerung, narbig verengte Harnröhre bei Frau oder Mann).
Therapie: An der Ursache bzw. Symptomatik orientiert, vom entsprechenden Facharzt. Liegt eine neurologische Ursache der Dranginkontinenz vor (durch Verlust der Kontrolle über die Blasenfunktion), spricht man von einer Reflex-Inkontinenz (supraspinal - spinal) z. B. nach Querschnittlähmung im oberen Anteil des Rückenmarks oder nach Schlaganfall oder bei neurologischen Grunderkrankungen (Multiple Sklerose, Parkinson, etc.)

C. Überlauf-Inkontinenz:
Unkontrollierter und passiver Harnabgang aus der Harnröhre bei Überschreiten der maximalen Speicherkapazität der Blase ohne Auftreten eines Harndranges.
Ursache: Blasenauslassobstruktion oder reduzierte Empfindlichkeit (Sensorik) der Blase z. B. bei: Hypo- oder atoner (schlaffer) Blase:
Bei einer atonen oder schlaffen Blase ist die natürliche Austreibungskraft des Blasenmuskels gemindert oder nicht mehr vorhanden. Gleichzeitig kann auch das Blasengefühl, also das Empfinden des Harndrangs, vermindert oder vollständig aufgehoben sein.
Ursache: Nach ausgedehnten Beckenoperationen. Bei neurologischen Erkrankungen (Spina bifida, Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Schlaganfall), oder Querschnittlähmung im unteren Anteil des Rückenmarks, manchmal auch medikamentös bedingt.
Therapie: In-Flow "transurethtraler Ventil-Pumpen-Katheter", Intermittierender Selbst- oder Fremdkatheterismus, in seltenen Einzelfällen durch Dauerableitungen (transurethral/suprapubisch).

D. Extraurethrale Inkontinenz (selten):
Urinabgang aus pathologischen Gängen.
Ursache: Im Kindesalter Fehlmündungen des Harnleiters, Fehlanlagen der Harnröhre; bei Erwachsenen Urinfisteln (Blasen - Scheiden - Fistel, Ureter - Scheiden - Fistel).
Therapie: Operation.